Mein Beitrag zur Verkehrswende

Am 27. April 2021, also vor fast genau 9 Monaten, hat eine Mitarbeiterin meines Unternehmens bei den Stadtwerken Düsseldorf angefragt, ob wir eine Ladesäule sponsern könnten:

Guten Tag, da der Düsseldorfer Süden stark unterversorgt ist, interessiert sich unsere Firma dafür eine Ladesäule im öffentlichen Raum (es gibt kein frei zugängliches Firmengelände) zu sponsern. Können Sie uns sagen, welche Möglichkeiten es hierfür gibt? Welche Schritte müssen wir dafür gehen?

Nachricht aus dem Kontaktformular an die Stadtwerke

Am 21. Januar 2022 wurde die Säule, die ungefähr auf Höhe der früheren Bushaltestelle an der Otto-Hahn-Straße (in Richtung Düsseldorf-Eller) errichtet wurde, offiziell in Betrieb genommen.

Bild der Ladesäule an der Otto-Hahn-Straße, Düsseldorf

Planung und Errichtung

Ein Mitarbeiter des Bereichs „Energielösungen und -dienstleistungen“ meldete sich gleich am nächsten Tag mit einer Übersicht der Betriebskosten, die wir für Errichtung und Betrieb einer öffentlichen Ladesäule mit zwei Ladepunkten aufzuwenden hätten.

Im nächsten Schritt wurden unsere ersten Standortvorschläge von der Stadt geprüft:

1. Eine Umsetzung der Ladesäule auf dem P&R-Parkplatz an der Ickerswarder Straße wurde abgesagt, da die Stadt dort eine Grundschule plant und dafür das wenig genutzte Provisorium wieder abgerissen werden muss. Über Sinn und Unsinn der versiegelte Fläche habe ich mich zuvor schon ausführlich geäußert.

2. Eine Säule im Wohngebiet „Am Haferkamp“ wurde ebenfalls nicht positiv gesehen. Das kann ich verstehen, solange E-Fahrzeuge noch Exoten sind, aber dauerhaft führt wohl kein Weg an einer wirklich dezentralen Infrastruktur vorbei.

Ende Mai 2021 war dann die Prüfung von zwei alternativen Standorten abgeschlossen und die Wahl fiel auf die Otto-Hahn-Straße.

Das Angebot für den Netzanschluss lag Mitte September vor.

Ende Oktober war die Folierung der Ladesäule erfolgt.

Folierte Ladesäule mit Unterstützter Logo

Und dann gab es wieder eine Verzögerung bei der Stadt Düsseldorf bzgl. der Aufbruchgenehmigung für den Bürgersteig, so dass die Bauarbeiten erst um den 10. Januar 2022 herum beginnen konnten.

Konkret haben wir nun eine Ladesäule des Typ2 mit 2 x 22kW Leistung eingerichtet. Die aktuelle Auslastung kann man z.B. via chargefinder.com in Erfahrung bringen.

Kosten

Meine Firma wird während der nächsten 5 Jahre anteilig Kosten von insgesamt über 15.000€ für den Betrieb übernehmen.

Motivation

Für die Dekarbonisierung des Individualverkehrs scheinen Elektroautos derzeit der vielversprechendste Ansatz zu sein, zumindest solange es keinen grünen Wasserstoff oder eFuels in ausreichenden Mengen gibt. Daher will auch die neue Bundesregierung die Elektromobilität voranbringen und den Bestand an Elektrofahrzeugen in Deutschland bis 2030 auf sieben bis zehn Millionen ausbauen.

Dies wird aber nur funktionieren, wenn es eine ausreichende Infrastruktur gibt, die öffentlich zugänglich ist. Aktuell ist der Betrieb von Ladesäulen außerhalb von Ballungsräumen nicht profitabel, so dass es öffentliche Fördermittel oder öffentlich-private Partnerschaften braucht, um die Infrastruktur aufzubauen.

Ich trage als Vater, Mensch und Unternehmer Verantwortung dafür, meinen Kindern und kommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu bewahren.

Philipp Schuch

Daher führe ich meine Firma als Full-Remote-Unternehmen, was meinen Mitarbeiter*innen das tägliche Pendeln erspart und größtmögliche individuelle Flexibilität ermöglicht. Darüber hinaus werden unsere Server und die meisten HomeOffices mit erneuerbaren Energien versorgt. Ferner werden wir ab sofort keine Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren mehr anschaffen und weitestgehend auf Dienstreisen verzichten, da sich so gut wie alle Termine auch via Videokonferenz realisieren lassen.

Ein Gedanke zu „Mein Beitrag zur Verkehrswende“

  1. Hallo Philipp,

    du hast den Zahn der Zeit verstanden. Hut ab! Tolle Aktion, tolle Story.

    Top!!!!!!!

    Liebe Grüße
    Sebastian

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