Die seit dem 2. Februar 2016 in den Düsseldorfer Lokalmedien diskutierten Pläne zur weiteren dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen im südlichen Stadtteil Wersten, insb. an der Ickerswarder Str. werde ich mit diesem Blog begleiten.

+++++ Update 03.09.2017 +++++
Vergangene Woche hat zuerst die WZ das Thema Baustopp aufgegriffen und am Tag danach folgte auch RP Online. Es bleibt weiterhin unklar, was wann mit dem Gelände passieren wird.

+++++ Update 10.08.2017 +++++
Vom Amt für Gebäudemanagement habe ich die Bestätigung erhalten, dass die Baumaßnahme Ickerswarder Straße derzeit einen Baustopp erfährt. Man begibt sich nun in Gespräche und Verhandlungen. Konkrete Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Die beauftragte Baufirma hat das Gelände geräumt und die Stadt hat es wieder übernommen. Alle weiteren Schritte sind noch offen und werden im Folgenden hausintern besprochen und zu einer Entscheidung vorbereitet.

+++++ Update 03.08.2017 +++++
Ein Vertreter der Bezirksverwaltungsstelle 9 hat mir heute bestätigt, dass die Baustelle zunächst stillgelegt wurde. Wann mit einer Wiederaufnahme zu rechnen ist, kann er allerdings nicht sagen.

+++++ Update 02.08.2017 +++++

Aktuellste Info von unserer Baustelle: Die Stadt Düsseldorf hat Baustopp verhängt und es werden ab sofort alle Maschinen, Container, Bauzäune etc. nach und nach abgezogen. Näheres konnte uns der Mann von der Baustelle nicht sagen, er schüttelte nur den Kopf über diese völlig sinnlose Art und Weise.

+++++ Update 19.07.2017 +++++

+++++ Update 10.07.2017 +++++

+++++ Update 04.05.2017 +++++

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hat in seiner gestrigen Sitzung grünes Licht für den Bau der Flüchtlingsunterkunft an der Ickerswarder Straße gegeben. Der Bezirksvertretung 9 wird der Bauantrag am Freitag, dem 12. Mai, zur Kenntnisnahme vorlegt werden. Der Baubeginn ist unklar und die Nutzungsdauer soll auf drei Jahre befristet werden. Siehe auch die Berichterstattung auf RP-Online.

+++++ Update 15.04.2017 +++++
Seit über einem Monat ist der Parkplatz hinter’m Haus nur selten nutzbar, so dass die Kleingärtner dazu übergegangen sind, die Anlage mit ihren Autos zu befahren. Nach Schachtarbeiten wurde in der vergangenen Woche eine kompakte Transformatorenstation (mit Niederspannungsverteilung?) gebaut, so dass die Parkplatzfläche auch am Osterwochenende nicht nutzbar ist.

Warum die Anlage überhaupt noch gebaut werden muss, während in benachbarten Kommunen und Bundesländern der Leerstand in die Zehntausende geht, ist für den gemeinen Steuerzahler nicht so recht nachvollziehbar. Aber was einmal entschieden wurde, muss wohl umgesetzt werden.

+++++ Update 14.03.2017 +++++

Auf Nachfrage habe ich erfahren, dass die Parkplatzfläche des Kleingartenvereins momentan nicht nutzbar ist, da diese für eine Sondierung durch den Kampfmittelräumdienst ausgehoben wurde. Nach erfolgter Sondierung, die für den 22.03. vorgesehen ist, wird die Wiederherstellung des Parkplatzes erfolgen und die Fläche auch wieder zum Parken nutzbar sein. Dieser Zustand wird bis zur Einrichtung des Ersatzparkplatzes vor dem Vereinshaus beibehalten.

Warum darüber seitens der Verwaltung nicht aktiv informiert wurde kann ich nicht so recht nachvollziehen, aber ich bin ja da und frage gerne nach.

+++++ Update 01.03.2017 +++++

Man merkt, in Düsseldorf-Wersten gab es in den letzten Jahrzehnten keine großen gesellschaftspolitischen Aufreger, die in Protesten z.B. gegen die Atomkraft oder wahnwitzige Bauprojekte der Größenordnung Stuttgart 21 & Co mündeten, so dass sich die bürgerschaftliche Beteiligung an der Willensbildung auch im aktuellen Fall eher dilettantisch verhält.

So berichtet RP-Online von der Eingabe einer Bürgerin an den Petitionsausschuss des Landtages, die zurückgewiesen wurde.

+++++ Update 18.02.2017 +++++

+++++ Update 12.02.2017 +++++

Wir haben dem Amt für Gebäudemanagement einige Fragen gestellt und Antworten bekommen.

  1. Eine Asphaltierung des Zufahrtweges ist nur bis zum Eingang der Anlage geplant. Für die weitere Wegeführung bis zur Kleingartenanlage und den dort einzurichtenden Parkplatz ist eine Asphaltierung nicht im Bauvorhaben vorgesehen. Laut Aussage des Amtes, handelt es sich bei dem Weg zur Kleingartenanlage um eine wassergebundene Decke, die nur geringe Staubentwicklung aufwirft.
  2. Es werden keine Hebeanlagen eingebaut. Die Planung sieht eine Anhebung der Geländeflächen vor, so dass eine konventionelle Entwässerung umgesetzt wird. Die geplanten Bodenplatten befinden sich 30 cm über der Oberkante Gelände. Die Unterkante der Traufe befindet sich 6,27 m über Oberkante Gelände. Offen ist aber noch, wie hoch die Geländefläche angehoben wird, um ein ausreichendes Gefälle sicher zu stellen.
  3. Die Belegung der Anlage soll gemischt erfolgen. Sowohl Familien als auch alleinreisende Personen werden gleichermaßen in den Düsseldorfer Anlagen untergebracht.
  4. Zur Freimachung des Geländes werden einige Bäume entfallen.

+++++ Update 02.02.2017 +++++

So, das Jahr haben wir voll, bislang ist nicht viel passiert. Aber, es gibt Neuigkeiten vom 14. Runden Tisch Asyl, der am 31.01.2017 stattgefunden hat. Laut der neuen Präsentation zum Sachstand der  aktuellen Unterbringungssituation (Seite 14) soll die Unterkunft in unserer Nachbarschaft zum 3. Quartal 2017 fertiggestellt werden.

Es sollen 17 doppelstöckige Module in Holzbauweise mit einer Grundfläche von jeweils ca. 12m x 12m für 384 Personen errichtet werden. Darüber hinaus entsteht auch ein kleiner Spielplatz. Die Zufahrt soll bis zur Mitte der Anlage asphaltiert werden. Eine Fortführung der Asphaltierung bis zum neu einzurichtenden Parkplatz des Kleingartenvereins ist nicht ersichtlich. Eine Hebeanlage kann ich auf dem (unscharfen) Plan ebenfalls nicht erkennen. Entlang der Wegführung ist aber eine Böschung eingezeichnet, evtl. bleiben also die Wege auf dem bisherigen Niveau und dahinter wird das Gelände aufgeschüttet.

Eine Feuerwehrzufahrt führt um die ersten beiden Häuserreihe herum und wird durch zwei Tore verschlossen. Für den Verwaltungscontainer am linken Rand der Anlage sind eigene Parkplätze vorgesehen.

Profitieren dürften wir von einem Lärmschutzwall, der am unteren Ende der Anlage zur Münchener Straße hin aufgeschüttet werden soll.

+++++ Update 04.12.2016 +++++

Vor gut zwei Wochen las ich bei RP-Online, dass noch diverse Frage zum Bau der Flüchtlingsunterkunft an der Ickerswarder Str. offen seien. Unklar ist wohl immer noch, ob das Geländer um ca. 1 – 1 1/2 Meter aufgeschüttet werden muss oder ob stattdessen eine Hebeanlage für das Abwasser gebaut wird. Eine eigene Frischwasserzufuhr sowie Baustrom wurden zwischenzeitlich gelegt. Wenn bei uns, ähnlich wie in Lörick,wirklich Holzmodulhäuser gebaut werden sollten, würde ich das sehr begrüßen. Beim Hersteller der Löricker Häuser gibt es exemplarisch Bilder des Baufortschritts der Errichtung eines Wohnhauses für 100 Menschen zu sehen. Von diesen Bildern kann man einen Zeitplan von 12 Wochen von Vermessung bis Fertigstellung der Gebäudehülle ableiten. Im Anschluss müssen dann noch Elektro, Maler- u. Bodenbelagsarbeiten durchgeführt und die Innentüren montiert werden. Die Haltbarkeit solcher Holzmodulbauten wird mit 10 bis 15 Jahren angegeben, so dass eine Nach- oder Mitnutzung durch Student*innen aufgrund der Nähe zur Düsseldorfer Universität nicht unwahrscheinlich ist. Bilder vom Baufortschritt in Lörick finden sich im Express. Und Geschichte wiederholt sich dann doch, denn nach dem 2. Weltkrieg lebten tausende Vertriebene aus Ostdeutschland im gesamte Bundesgebiet für viele Jahre auch in Düsseldorf in einfachen Holzbarracken, bis ausreichend Wohnraum wiederhergestellt war.

+++++ Update 18.09.2016 +++++

Mit Veröffentlichung des aktuellen Sachstands am 8. September gibt es ein neues Datum für die Fertigstellung der Wohnmodulanlage an der Ickerswarder Str., diese ist für Ende des 1. Quartals 2017 geplant und wird weiterhin mit 400 Plätzen eine der größten in Düsseldorf sein. Es kommt wohl zu Verzögerungen, da die Brandschutzkonzepte der Düsseldorfer Anlagen nach dem Brand der Unterkunft an der Messe nochmal überprüft werden. Es droht nicht nur Gefahr von außen, sondern auch von innen, wenn auf offenem Feuer gegrillt oder gekocht wird …

+++++ Update 25.05.2016 +++++

Das Feld wurde von einem Kampfmittelräumdienst auf Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg geprüft und für unbedenklich erklärt.

+++++ Update 01.05.2016 +++++

Syrer fliehen aus ihrem Land, da dort niemand mehr vor Gewalt und Terror sicher ist. Andere Menschen fliehen aus wirtschaftlichen Gründen, um ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Gewalt, Terror und Ungleichheit sind die Hauptgründe für Migration. Das folgende Video erinnert uns daran, was täglich in Syrien passiert.

+++++ Update 27.04.2016 +++++

Verrückt, sogar der Herr Broder von welt.de schreibt über unseren kleinen Stadtteil und den sich regenden Protest. Journalistische Unterstützung wie man sich sie wünscht …

+++++ Update 24.04.2016 +++++

Da ich beruflich und familiär in den letzten fünf Wochen stark eingespannt war, habe ich erst heute die Chronologie der Ereignisse aktualisieren können.

Mit meiner fast vierjährigen Tochter habe ich mittlerweile Bau und Bezug der Einrichtung mit Playmobil nachgespielt, immerhin wird eine der Wohneinheiten direkt vor ihrem Kinderzimmerfenster errichtet werden, so dass ich sie damit langsam an das Thema heranführen kann. 😀

Playmobil Flüchtlingsheim im Stadtteil

Playmobil Flüchtlingsheim aus der Vogelperspektive.

Playmobil Flüchtlingsheim im Detail

Playmobil Flüchtlingsheim im Detail, Einzug der Flüchtlinge, Begleitung durch Sanitätsdienst sowie mobilen Imbiss.

+++++ Update 22.04.2016 +++++

Der lange angekündigte Infoabend hat am 21. April 2016 stattgefunden und die Aula der Theodor-Heuss-Schule war gut besucht. Die Anzahl der Plätze der Flüchtlingsunterkunft an der Ickerswarder Str. soll 400 betragen und somit am unteren Ende der bislang diskutierten Spanne liegen, so dass eine doppelstöckige Bauweise ausreicht. Die Unterkunft wird vom DRK betrieben werden. Beginnen werden die Bauarbeiten im Sommer, so dass ein Bezug im Spätherbst möglich sein wird. Auch in der Düsseldorfer Internetzeitung findet sich ein ausführlicher Bericht.

Es soll alsbald einen Ortstermin geben, auf dem Details vorgestellt und letzte Anregungen aufgenommen werden.

+++++ Update 18.04.2016 +++++

Bericht auf rp-online über eine Veranstaltung der SPD Wersten und das Crashing der Party durch eine unserer Mitstreiterinnen. Sie nutzte die Gunst der Stunde und überreichte bei der Fragerunde an OB Geisel eine Kopie unserer Unterschriftenliste. Viele der anwesenden SPD-Mitglieder spendeten für ihren kurzen Redebeitrag spontanen Beifall, OB Geisel war weniger erfreut. Ratsfrau Cornelia Mohrs war später auch nicht sonderlich empfänglich für eine Diskussion des Themas. Report-D berichtete ebenfalls.

+++++ Update 09.04.2016 +++++

Die Forderung von Bürgern nach mehr Informationen wurde von der RP aufgegriffen und auch unsere Unterschriftenaktion wurde wieder erwähnt.

Seit unserem Gespräch mit Herrn Dolle Anfang März und nach Lektüre der Informationen auf den Seiten der Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragten ist ziemlich genau bekannt, was auf uns zukommt:

  • Es wird eine Einrichtung für 400 bis 500 Menschen gebaut werden.
  • Es werden dort Flüchtlinge einziehen, die noch keinen Aufenthaltstitel haben.
  • Die Unterbringung wird in mehreren Wohneinheiten erfolgen, so dass nicht von einer Massenunterkunft gesprochen werden kann.
  • Die Demographie wird sich an der Grundgesamtheit aller Flüchtlinge in Düsseldorf orientieren, d.h. es werden Familien mit Kindern (von 0 bis 18 Jahren) sowie alleinreisende Frauen und Männer aus allen möglichen Ländern einziehen.
  • Sobald die Menschen ihren Aufenthaltstitel haben, dürfen sie sich ins Umland (nach Duisburg, Wuppertal & Co) orientieren, wo noch bezahlbarer Wohnraum verfügbar ist. D.h. homogene Bevölkerungsstrukturen (vulgo Ghettos) werden dort entstehen, da für viele eine solche Diaspora aufgrund der deutschen Einwanderungspolitik besonders attraktiv ist.
  • Nach 5 oder maximal 10 Jahren wird die Einrichtung rückgebaut werden, da die Container nur eine begrenzte Haltbarkeit haben.
  • Wie die Welt in 5 oder 10 Jahren ausschauen wird, kann niemand sagen.
  • Wenn es Stress gibt, sollte man die 110 wählen.

+++++ Update 06.04.2016 +++++

Die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch lud für Mittwoch, den 6. April zu einer Bürgersprechstunde an der Himmelgeister Grundschule ein, um sich den Fragen der mehr oder minder direkt betroffenen Bürger zu stellen. Ich war an dem Abend in Berlin und konnte somit nicht teilnehmen. Voll war es allerdings wie sich in der Stadtausgabe sowie Stadtteilausgabe der RP nachlesen und bei Center TV anschauen lässt. Auch der Düsseldorfer Anzeiger berichtete.

+++++ Update 01.04.2016 +++++

Die zweite Märzhälfte nutzten drei Initiativen (Am Haferkamp, Himmelgeist / Itter, Otto-Hahn-Siedlung), um die öffentliche Willensbildung durch Unterschriftenaktionen und Flugblätter zu begleiten und lokale politische Akteure anzusprechen. Ich selbst habe Peter Blumenrath von der CDU sowie meine Parteikollegen von der FDP angesprochen. Letzterer Positionierung zur Einwanderungs- und Asylpolitik auf Bundesebene kann ich viel abgewinnen, lokal haben jedoch weder Dr. Christoph Schork, Mitglied der BV 9, noch Ratsherr und BV 9 Mitglied Thomas Nicolin auf meinen „Hilferuf“ via E-Mail vom 16. März reagiert, geschweige denn nachhaltig in der Öffentlichkeit Position bezogen. Laut Pressebericht haben sich beide auch ihrer Stimme enthalten, als die Bezirksvertretung 9 in der Sitzung vom 11.März 2016 die Verwaltung per Dringlichkeitsantrag der CDU mehrheitlich gebeten hatte, die Anzahl der Plätze zu reduzieren.

Als Mitstreiter der Initiative „Am Haferkamp“ habe ich die Sammlung von Unterschriften im Rahmen meiner sehr begrenzten zeitlichen Verfügbarkeit begleitet, um eine Begrenzung auf 250 Bewohner zu fordern. Unsere Mitstreiter aus dem „Rheinbogen“ hatten schon früh ein Flugblatt veröffentlicht, mit dem ebenfalls eine Begrenzung auf 250 Plätze gefordert wurde. Von der Initiative „Otto-Hahn-Siedlung“ war eine nahezu gleich lautende Forderung in Pressegesprächen zu hören. Ein mir unbekannter, da anonymer Akteur hatte zudem schon sehr früh ein Flugblatt verteilt und dazu aufgerufen unsere Kommunalpolitiker anzusprechen.

Ab dem 20. März haben wir dann unsere Aktivitäten aufeinander abgestimmt.

+++++ Update 16.03.2016 +++++

Die Stadtverwaltung wird die Pläne für das Flüchtlingsheim an der Ickerswarder Str. am 21. April um 19:00 Uhr in der Aula der Theodor-Heuss-Schule (Weiße Schule) auf der Lützenkircher Straße vorstellen, schreibt die Rheinische Post. Bislang war mir nicht bewusst, dass die Wohnanlage so konzipiert ist, dass sich die Menschen dort selber versorgen sollen. Bis zu 500 Menschen, die künftig zusätzlich die Kreuzung Münchener Str. / Ickerswarder Str. regelmäßig frequentieren werden, machen eigentlich eine für Fußgänger optimierte Ampelschaltung notwendig. Um das Unfallrisiko und gleichzeitig den Verkehrslärm zu minimieren, wäre auch eine überwachte Geschwindigkeitsbegrenzung der Münchener Str. etwa zwischen Itter und Universität auf 50 km/h angebracht.

Meine Forderungen nach begleitenden Maßnahmen zur Flüchtlings-Wohnanlage an der Ickerswarder Straße / Am Haferkamp habe ich aufgeschrieben.

+++++ Update 12.03.2016 +++++

Aha, Anwohner sind also gegen eine große Wohneinheit schreibt die Rheinische Post. Und die Werstener CDU fordert die Verwaltung auf, die Empfehlung der Bezirksvertretung 9 ernst zu nehmen, die Anzahl der Plätze auf 300 zu begrenzen. So viel also zum Primat der Politik.

+++++ Update 10.03.2016 +++++

Heute haben wir uns mit Nils Dolle, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle des Stadtbezirks 9, getroffen und ein gutes, offenes Gespräch geführt. Er bekräftigte die Pläne der Stadtverwaltung auf dem Gelände zwischen 400 und 500 Flüchtlinge unterbringen zu wollen. Baubeginn könnte im Sommer sein, so dass im 4. Quartal 2016 ein Bezug möglich wäre. Die Anlage soll umzäunt und 24h bewacht werden, u.a. um ständig Ansprechpartner vor Ort zu haben und „Fremdschläfer“ draußen zu halten. Der Parkplatz der Kleingarten Daueranlage soll auf die Wiese vor dem Vereinsheim verlegt und die Zufahrt über den bestehenden Weg realisiert werden. Von einer adäquaten Befestigung dieses Weges ist bislang nicht die Rede. Da die Anlage direkt an der Münchener Straße gebaut wird, von der eine erhebliche Lärmbelästigung ausgeht, ist ein passiver Lärmschutz (Isolierglas + Dämmung) vorgesehen, ein nachhaltiger Lärmschutzwall soll nicht gebaut werden.

Es sollen nur Menschen ohne Aufenthaltsstatus, also während ihrer laufenden Asylverfahren, dort untergebracht werden. Sobald dieses abgeschlossen ist, werden sie entweder zurückgeführt (zumindest in der Theorie, die in NRW etwas abgewandelt praktiziert wird) oder aber dürfen ins Umland ziehen, also nach Duisburg, Wuppertal & Co, wo es noch bezahlbaren Wohnraum gibt. Wie in den Modellen von Paul Collier und anderen Migrationsforschern beschrieben, bilden sich in diesen Städten somit wachsende Diasporas, deren Mitglieder sich bestimmt gut integrieren werden. Gut dass wir die Fehler der letzten 50 Jahre nicht wiederholen.

Durch den Staat geförderte Integration wird an diesem Standort in Wersten nicht stattfinden, da Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus nicht an offiziellen Sprachkursen teilnehmen dürfen und für die zu erwartenden 20% Kinder keine ausreichende Anzahl Plätze in Kitas und Grundschulen zur Verfügung stehen.

Weitergehende Integrationsbemühungen dürften also wieder von engagierten Ehrenamtlichen ausgehen, die Bildungs- und Unterhaltungsangebote auf die Beine stellen. An einer Informationsveranstaltung der Don-Bosco-Stiftung „Mit Herz und Hand für Wersten“ haben vor fast genau sechs Monaten nahezu 100 Interessenten teilgenommen, die nun bestimmt noch in den Startlöchern stehen. Ich bin gespannt, wie viele sich von diesen dann ins Grenzgebiet Himmelgeist / Itter / Wersten verirren werden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Einrichtung auch wieder von der Diakonie betrieben werden wird.

+++++ Update 29.02.2016 +++++

In der aktuellen Pressemeldung der WZ ist weiterhin die Rede von 550 Plätzen.

+++++ Update 22.02.2016 +++++

Die Unterlagen des Runden Tischs sind nun online. Der Präsentation zum Sachstand der Bereitstellung von Unterküften kann man auf den Seiten 25 und 26 eine Übersicht der Machbarkeitsstudie für unsere Fläche Ickerswarder Straße / Am Haferkamp entnehmen. Die Verwaltung geht anscheinend von einer temporären Nutzung mit einer Nachnutzung für den Wohnungsbau aus.

+++++ Update 09.02.2016 +++++

Es handelt sich bei den vorliegenden Informationen zunächst um die Ergebnisse einer sogenannten Machbarkeitsstudie.
Dementsprechend könnten bis zu 550 Personen auf dem Flurstück 995 bei einer dreigeschossigen Bauweise untergebracht werden. Wie vermutet handelt es sich bei dem Flurstück 995 um den Acker, der von Ickerswarder Str., Münchener Str. und Am Haferkamp eingerahmt wird. Da die Fläche, die im Flächennutzungsplan der Stadt als Grünfläche ausgewiesen ist, allerdings im Verlauf einer wichtigen Frischluftschneise liegt, soll auf Betreiben des Umweltamtes wohl nur eine zweigeschossige Anlage mit entsprechen weniger Bewohnerinnen und Bewohnern entstehen.

Im Verlauf der kommenden Wochen sollen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie weiter geprüft und dann in eine detailliertere Planung überführt werden. Wann die endgültige Planung vorliegt kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen.

Die Standzeit der Unterkünfte hängt von zahlreichen Faktoren ab. Hierzu zählen u.a. die Bauweise, das Finanzierungsmodell und nicht zuletzt die weitere Erforderlichkeit, so dass zum jetzigen Zeitpunkt hierzu seitens der Verwaltung keine Aussagen getroffen werden können.

Ich hoffe sehr, dass

  1. an adäquaten Lärmschutz für die Bewohner gedacht wird
  2. Mut zu moderner, funktionaler Architektur (z.B. Holzmodulbauweise statt Container) gefunden wird.

Beispiele hierzu finden sich hier in DER SPIEGEL und auf SPIEGEL ONLINE.

+++++ Stand 06.02.2016 +++++

Die am 2. Februar 2016 in den Düsseldorfer Lokalmedien bekannt gegebenen Pläne zur weiteren dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen im südlichen Stadtteil Wersten u.a. am Standort Ickerswarder Str. / Münchener Str. bieten ein enormes literarisches Potential, tangieren sie doch einige der Deutschen liebste Traditionen:

  • einen Kleingärtnerverein
  • das Auto
    indirekt über einen von Verlegung bedrohten Parkplatz
  • die Landwirtschaft
    indirekt über einen von Versiegelung bedrohten Acker
  • Umwelt- und Immissionsschutz
    Feinstaub, Lärm, Artenschwund (damit meine ich tatsächlich Vogelarten wie Fasane und den gemeinen Hausspatz)
  • die Angst vor’m schwarzen / schwarzhaarigen Mann
    so soll eine Wohnanlage für Flüchtlinge gebaut werden
  • sowie meinen Gartenzaun
    immerhin bin ich Anwohner, dem Ausblick auf und Lärmkulisse der Schnellstraße genommen werden könnten

Viele Fragen sind insbesondere zum genannten Standort an der Ickerswarder Straße noch offen. Sollte es sich dabei um den Parkplatz des Kleingärtnerverein Ickersward e.V. handeln, so ist die Aussage „auf dem Parkplatz“ sollen Wohnmodule platziert werden, reichlich unrealistisch, denn da passt vielleicht ein Modul hin.

Inoffizielle Simulation Grundriss Wohnanlage Ickerswarder Str.

Realistischer wäre die Aussage, dass der Acker zwischen Münchener und Ickerswarder Str. sowie Am Haferkamp mit einer Anlage von fünf doppelstöckigen Wohnmodulen bebaut werden soll.

Wird dieser Acker vollständig versiegelt werden, um auch die wegfallenden Parkplätze zu kompensieren?

Werden die Bewohner der Wohncontainer hinsichtlich eines Anspruchs auf Immissionsschutz gleichbehandelt wie Bewohner in regulären Neubaugebieten?

Wird es in zwei, drei Jahren einen Rückbau geben oder wird die Fläche dann offiziell als Neubaugebiet ausgewiesen?

Die Lage in Uni-Nähe mit ALDI und ÖPNV vor der Haustür, eignet sich ja grundsätzlich gut für preiswerten Wohnraum, wobei die stark befahrene Kreuzung eigentlich dagegen spricht.

Haben die Parzellen des Kleingärtnervereins einen Bestandsschutz oder werden diese Areale perspektivisch dem Wohnungsbau gewidmet?

Und was ist mit der Nachhaltigkeit an sich? (das kann man immer fragen)

Ich erwarte nicht, dass Anwohner umgehend persönlich informiert werden, allerdings irritiert die (bisherige) Intransparenz zu diesem Vorhaben schon sehr. Weder auf den Seiten der geschätzen Flüchtlingsbeauftragen Miriam Koch noch im Pressemitteilungsarchiv auf duesseldorf.de oder im Ratsinformationssystem finden sich mit Stand 6. Februar weitergehende Informationen zu diesem Vorhaben.

Das ist wahrlich keine transparente Politik und Verwaltungsarbeit für das 21. Jahrhundert und schürt nur die tendenziösen Gedanken, dass „die da oben eh machen was sie wollen“!

An dieser Stelle möchte ich mit Anstand und Verstand über aktuelle Erkenntnisse berichten und ein Forum für den Austausch von betroffenen Bürgern bieten. Konstruktive Kommentare werde ich freischalten, der Dumpfheit aber keinen Raum bieten. 🙂

Pressespiegel

27. April 2016

http://www.welt.de/vermischtes/article154807064/Schicken-Sie-die-Rechnung-an-die-Stadt.html

22. April 2016

http://www.report-d.de/Politik/Stadtteile/Die-Duesseldorfer-Fluechtlingsbeauftragte-Miriam-Koch-diskutiert-in-Wersten-mit-den-Buergern-57574

21. April 2016

https://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/info-abend-zu-unterkuenften-fuer-fluechtlinge-aid-1.5919769

18. April 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/wersten-bekommt-wieder-eine-drogerie-aid-1.5911885

17. April 2016

http://www.report-d.de/Politik/Parteien/Fruehlingsfragestunde-der-SPD-in-Duesseldorf-Sued-Laermschutz-Fluechtlinge-und-Trauerweide-57294

15. April 2016

http://www.duesseldorfer-anzeiger.de/stadtteile/sued/rudelbildung-nun-geben-sie-schon-her-aid-1.5905910

9. April 2016

https://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/buerger-fordern-mehr-informationen-aid-1.5889988

7. April 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/370-unterschriften-gegen-grosse-asylunterkunft-aid-1.5885538

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/himmelgeist/370-unterschriften-gegen-asylunterkunft-aid-1.5885475

5. April 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/himmelgeist/koch-laedt-buerger-zur-sprechstunde-nach-himmelgeist-aid-1.5880265

1. April 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/initiativen-machen-mobil-gegen-gross-unterkunft-aid-1.5871898

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/unterschriftensammlung-gegen-fluechtlingsunterkunft-aid-1.5872752

22. März 2016

https://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/flugblatt-gegen-fluechtlingsunterkunft-aid-1.5853844

16. März 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadt-stellt-plaene-am-21-april-vor-aid-1.5839340

11. März 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/anwohner-gegen-grosse-wohn-einheit-aid-1.5827402

6. Februar 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/wersten/cdu-wersten-sieht-defizite-in-info-politik-der-stadt-aid-1.5745619

4. Februar 2016

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/drei-neue-standorte-ueber-600-fluechtlinge-aid-1.5740649

2. Februar 2016

http://www.duesseldorfer-anzeiger.de/die-stadt/stadt-setzt-weiter-auf-dezentrale-unterbringung-aid-1.5736284

http://www.report-d.de/Duesseldorf/Aktuelles/Duesseldorf-rechnet-zunaechst-mit-6300-neuen-Fluechtlingen-im-laufenden-Jahr-54207

 

Ein Kommentar zu “384 Menschen hinter’m Gartenzaun – vom Werden einer Wohnanlage für Flüchtlinge in Düsseldorf Wersten”

  1. Oniam 06.02.2016 um 18:10

    Ich erahne Umsatzsteigerungen beim Aldi und Pegida Aufmärsche in den Kleingärten. Dürfen Flüchtlinge auch Landwirtschaft betreiben und gilt für sie die Hausordnung der Kleingärten mit verpflichtenden Anbau von Rhabarber und regelmäßigem Genuß von vergorenem Getreidesaft?

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