Ein Start-up mit einer Business Idee bekommt in der Frühphasenfinanzierung zum Start MAXIMAL 1 Mio. im Venture Capital Markt. Damit muss SCHNELL das Produkt oder zumindest ein Prototyp entwickelt werden, der wirklich funktioniert: d.h. nicht in einer Marktforschung gut abschneidet, sondern echte Nutzer oder Umsätze generiert. Bertelsmann hat scoyo 20 Mio. Frühphasenfinanzierung bereitgestellt – darüber muss die gesamte VC-Welt gelacht haben.
Scoyo hat vor dem Start über 2 Jahre über 4000 Lernspiele produziert. Hätte man nicht einfach mal mit 100 Spielen starten können und dann gucken, ob Nutzer es annehmen? Jeder der im Internet Erfahrung hat weiß, das ausprobieren über studieren geht. Wenn es dann funktioniert, kann man skalieren. Bei Bertelsmann skaliert man vorher und versucht dann mit der Werbekeule alle reinzupressen, wenn es sich nicht von alleine verkauft. Das funktioniert beim Bertelsmann Club schon seit Jahrzehnten nicht mehr, um im Internet erst recht nicht.

Übrigens hat sich schon mal jemand gefragt, wie scoyo überhaupt die verschiedenen Altersgruppen mit EINER Website ansprechen wollte? Was 7jährige Kinder cool finden, finden spätestens 10 Jährige schon wieder kindisch, von 14 Jährigen gar nicht zu reden.

Lern-Spiele gibt es seit 15 Jahren auf CD, der Innovationsgrad von scoyo als Sammlung von Spielen mit Flat-Rate Zugang ist gleich Null. Toggolino.de macht seit Jahren nichts anderes und ist damit erfolgreich, allerdings auf kleiner Flamme: da arbeiten kein halbes Dutzend Leute und die Nutzerzahl muss von ständiger Fernsehwerbung gepusht werden. Toggolino.de gehört übrigens zu Bertelsmann, der Spruch „man hätte es besser wissen sollen“ trifft daher nicht zu: man wusste es vorher!

Neue Investoren werden sich weder von scoyos gewonnen Online-Preisen, noch vom Namen Bertelsmann blenden lassen. Stattdessen werden sie sich wundern, ob denn wirklich niemand bei Bertelsmann – inkl. Vorstand oder sonst der am Projekt beteiligten – auch nur einen blassen Schimmer von Themen wie Internet & Venture Capital hat.

Siehe auch:

Bertelsmann will raus aus scoyo

Bertelsmann will sich aus der Lernplattform Scoyo zurückziehen – Investor gesucht!

Online-Lernportal Scoyo sucht Investor

bloomstreet sagt Ciao

Bloomstreet.net, der angebliche MySpace-Konkurrent: „egal, aber machen!“

2 Kommentare zu “Scoyo ist ein Armutszeugnis für Bertelsmann”

  1. mosworldam 02.11.2009 um 15:29

    Ja, Scoyo ist ein Wunder gewesen. Es kaum ein Jahr her als wir auf dem Scoyo Summit waren. Als ich an dem Abend gehört habe wie viel Geld in dem „Start-Up“ steckt war ich verwundert. Es wurde nicht gespart sondern geklotzt.
    Denke der Nachhilfe Markt ist groß, aber bis jetzt gibt es kaum gute Lösungen. Die Lösung von Scoyo soweit für die drei Jahrgangsstufen hochwertigen Content zu produzieren war gut, aber teuer. Leider gibt es wohl kaum Erfahrung wie viel Eltern bereit sind für online Nachhilfe zu zahlen. Die andere frage die ich mir gestellt habe ist, ob die Eltern die das Verständnis für ein Defizit bei ihren Kinder haben, nicht entweder selber dem Kind helfen oder soviel Geld haben, dass sie einen Nachhilfelehrenden einstellen.

    Bin sehr gespannt wie es weiter geht.

    MOsworld

  2. C. Meynam 21.05.2011 um 15:04

    Jedenfalls für Mathematik gibt es mit Bettermarks einen interessanten Mitbewerber, der das Ganze auch noch als Social Business aufzieht: http://de.bettermarks.com. Macht einfach Spaß.

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