Philipp Schuch

Eine neue Backup Strategie

Dieser Beitrag ist in Arbeit (“work-in-progress“) und dient für die kommenden Wochen als Ort, um die Ergebnisse meiner Experimente festzuhalten. Ziel der Überlegungen zu meiner neuen Backup Strategie ist ein verteiltes Backup der Daten aller Familienangehöriger.

Aktualisierung: 11. Dezember 2008

Rahmenbedingungen

Seit Mai diesen Jahres steht in meiner Düsseldorfer Wohnung ein Server mit dem Windows Home Server Betriebssystem. Die Hardware habe ich von Tranquil PC bezogen und besteht aus einem früheren Modell der T7 Reihe, das ich mit dem T7-HDx Modul um zusätzlichen Festplattenspeicher ergänzt habe. Das System ist lüfterlos und läuft somit bis auf die Festplattenzugriffe sehr geräuscharm.

Die derzeitigen Backup Vorkehrungen

Derzeit werden die Backups (Client-Images) durch die sogenannte Windows Home Server Konsole auf den lokalen Rechnern im Heimnetzwerk veranlasst. Diese Backups würden sich im Falle eines Festplattencrashs mit Hilfe einer Boot-CD wiederherstellen lassen. Ebenso kann man auf ältere Versionen einzelner Dateien innerhalb der Images zugreifen, da die Daten inkrementell gesichert werden.

Auf diese Weise ist man zumindest bei Ausfall eines Rechners geschützt und kann seine Daten sehr schnell wieder herstellen. Die Daten werden zudem auf dem Home Server auf mehrere (3) Festplatten verteilt abgelegt und sind somit zusätzlich gesichert.

Für den Fall, dass ein lokaler Rechner ausfällt mache ich mir also keine Sorgen, Video und Bilddateien speichere ich zudem noch separat auf einer externen Festplatte.

Würden nun aber bei einem Einbruch sowohl Laptop und Server entwendet oder in einem anderen Szenario durch Feuer, Sturm und Wasser beschädigt, könnte ich nur noch auf veraltete Backups im Haushalt meiner Mutter zugreifen, die dort auf DVDs eingelagert sind.

Ihre Backup Strategie beschränkt sich z.Z. darauf, dass ihr Rechner zwei gespiegelte Festplatten hat, so dass zumindest das Risiko eines Festplattenausfalls deutlich reduziert wird. Eine Koppelung beider Netzwerke habe ich noch nicht erreicht, mein DrayTek Router und ihre Fritzbox passen nicht gut zusammen, so dass ihr Rechner nicht auf meinen Home Server zugreifen kann.

Ein neuer Ansatz

Um die lokalen Backup-Lösungen nun mit einer ausgelagerten zu ergänzen, könnte man regelmäßig zwei größere Datenträger (Festplatten) befüllen und am jeweils anderen Ort einlagern. Dies erfordert jedoch einen zusätzlichen logistischen Aufwand und sehr viel Disziplin, um die Daten auch wirklich aktuell zu halten.

Meine Überlegungen gehen nun in die Richtung, Amazon S3 von amazon.com als Online-Speicher-Dienst zu nutzen und die Daten damit zu synchronisieren. Die Daten werden lokal auf dem eigenen Rechner verschlüsselt und über eine zusätzlich verschlüsselte Verbindung an S3 übertragen. Sollte es also zu einem Ausfall oder einem Schwund meiner lokalen Hardware kommen, lägen meine Daten sicher auf mehrere Rechenzentren von Amazon verteilt und ich könnte sie in Ruhe auf einen neuen Laptop ziehen. Als Client probiere ich derzeit Jungle Disk sowohl in der Desktop Version (bei meiner Mutter) als auch in der Windows Home Server Version (bei mir) aus.

Vertrauensvorschuss an Jungle Disk und Amazon

Es stellt sich natürlich die Frage, ob man Amazon vertrauen kann. Ich glaube nicht, dass Amazon versuchen wird, meine Daten zu entschlüsseln und zu analysieren. Ich sehe kein Geschäftsmodell, das einen solchen Vertrauensbruch rechtfertigen würde. Im Gegensatz zu einer selbstgestrickten Lösung mit einem externen ftp Server o.ä. bietet mir Amazon zudem eine größere Sicherheit, dass die Daten professionell gespeichert und gesichert werden, als wenn ich mich selbst auch noch um die Technik kümmern oder auf einen kleineren Dienstleister verlassen müsste. Jungle Disk macht als Software Anbieter ebenfalls einen guten Eindruck und wurde jünst von Rackspace, einem der größten und seriösesten Hosting-Anbieter der Welt übernommen.

Selbst wenn die Software dereinst nicht mehr weiterentwickelt würde, so ist die Datenhaltung davon unberührt, da sie komplett bei Amazon S3 liegt.

Szenarioüberblick

Zusammenfassend möchte ich noch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Orte mit Daten in diesem Szenario geben.

Düsseldorf – meine Wohnung

z.Z. drei, bald wieder fünf bis sechs PCs ;)

Auf einem der Rechner liegen meine Daten, diese werden mit dem lokalen Windows Home Server per SyncToy synchronisiert. Microsoft SyncToy sorgt dafür, dass Unterordner aus meinen Eigenen Dateien mit den freigegebenen Ordnern auf dem Server abgeglichen werden. Zusätzlich fährt der Home Server regelmäßig vollständige Images der Festplatte aller registrierten Rechner.

Die Synchronisierung zwischen Home Server und Amazon S3 übernimmt das Jungle Disk Home Server Plugin auf Basis freigegebener Ordner.

Die Jungle Disk Desktop Edition synchronisiert darüber hinaus die Daten meiner Mutter mit unserem gemeinsamen Amazon S3 Account, Zusätzlich speichert sie ihre wichtigen Dokumente und Bilder separat auf DVDs oder einer externen Festplatte ab.

Erste Erfahrungen (Stand 11. Dezember 2008)

Fast eine Woche hat es gedauert, bis alle Daten vom Home Server zu Amazon S3 übertragen waren. Per JungleDisk Webaccess habe ich nun auch Zugriff auf die Daten bei Amazon S3, natürlich mit größerer Bandbreite, als wenn ich direkt auf meinen Home Server zugreifen würde, der bei mir im Wohnzimmer steht und nur per 1Mbit Upstream angebunden ist.

So weit ich sehen kann, wurden die Daten vollständig übertragen.

In einem zweiteren Schritt gilt es nun noch, den Rechner meiner Mutter mit Amazon S3 zu verbinden und ein erstes Backup zu fahren. Ich bin mal gespannt, wie sich die Desktop Version schlägt.

2 Kommentare zu “Eine neue Backup Strategie”

  1. _nicoam 30.12.2009 um 09:22

    Hallo Philipp, sehr schöner Artikel.

    Wollte mal nachfragen ob du immer noch S3 nutzt und wie zufrieden du damit bist?

    Ich bin zur Zeit auch am überlegen ob ich mir ein Online Backup erstellen sollte. (Mozy oder S3)

  2. Philipp Schucham 30.12.2009 um 14:52

    S3 läuft weiterhin bei mir. Wenn man sich anmeldet, sollte man jedoch darauf achten, dass die Daten auf den europäischen Servern gespeichert werden, auch wenn die Abrechnung in USD bei der aktuellen Währungsschwäche durchaus attraktiv ist.

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